Sehenswürdigkeiten in Marrakesch: die Medersa Ben Youssef

Inmitten der quirligen Suqs von Marrakesch befindet sich eine der anmutigsten Sehenswürdigkeiten der roten Stadt: die Medersa Ben Youssef. Das sakrale Bauwerk diente einst als Hochschule für Koranstudien und Rechtswissenschaften, heute gehört es zu den wichtigsten kulturhistorischen Zielen in Marrakesch.

Gegründet wurde die Medersa vermutlich Anfang des 14. Jahrhunderts, aber erst die Saadier unter Abdallah El Ghalib verliehen dem Gebäude seine architektonische Pracht, als sie die Medersa zwischen 1564 und 1570 zur größten islamischen Hochschule für Theologie im Maghreb ausbauten. Bis zu 900 Koranschüler sollen hier gelebt haben, um sich intensiv mit dem Islam zu beschäftigen. Sie wohnten in den 136 kleinen Zimmern in den oberen Etagen des Gebäudes, die teilweise noch mit zusätzlichen Kammern im Dachgeschoss verbunden waren. Kost und Logis stellte die Regierung, kochen mussten die Koranschüler, die tagsüber in der Moschee Ben Youssef studierten, jedoch selbst.

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Medersa Ali Ben Youssef, Marrakesch 2008, Foto: Trekking in Marokko

Vom lebhaften Treiben auf dem Djemaa el Fna bis zur besinnungsvollen Stille im Inneren der Medersa braucht es kaum mehr als zehn Minuten Fußweg. Dann steht man vor einem mächtigen Portal, das mit Schnitzereien aus Zedernholz und Mosaiken kunstvoll verziert wurde. In der Mitte des Innenhofs befindet sich ein viereckiges Wasserbecken mit wundervollen Mosaikarbeiten. Der Boden des Patio besteht aus Carrara-Marmor. Sowohl die Wände als auch die Säulen sind mit beeindruckenden Stuckarbeiten verziert und mit aufwendigen Mosaiken versehen. Daneben befindet sich der Betsaal, dessen räumliche Struktur durch drei Marmorsäulen bestimmt wird. Eine der Höhepunkte der Medersa ist die zedernhölzerne Kuppel des Betsaals, in der mit Meisterhand 24 kleine Fenster aus buntem Mosaikglas eingelassen wurden. Die Medersa Ben Youssef wurde 1999 mit viel Mühe restauriert und ist seitdem ist in sehr gutem Zustand.

Fazit und Infos

Ein Besuch der Medersa sollte zu jedem Aufenthalt in Marraksch dazugehören. Wer mit der prachtvollen und erhabenen islamischen Architekur, wie man sie zum Beispiel auch in der Al Hambra in Granada vorfindet, noch nicht in Berührung gekommen ist, kann sie hier in Augenschein nehmen. Ähnlich wie im Jardin Majorelle findet man auch hier einen Ort der Entspannung in der Hektik von Marrakesch. Aber Vorsicht: Die Medersa ist alles andere als ein Geheimtipp — deswegen sollte man versuchen, sie möglichst früh am Tage zu besichtigen und im Idealfall schon morgens um 9 Uhr dort sein. Dann hat man etwas Ruhe und kann sich relativ ungestört in die Zeit zurückversetzen, als hier bedeutende Gelehrte wirkten.

Standort und Anfahrt:

Zur Medersa Ben Youssef gelangt man auf vielen Wegen. Kaum zu verfehlen ist sie, wenn man im Nordosten des Djemaa el Fna einen guten Kilometer durch die Suqs Stailia, Harazzine al Bali und al Qassasine nach Norden geht. Es empfiehlt sich, das Kombi-Ticket zu buchen. In dessen Preis (60DH) ist der Eintritt für die naheliegende Koubba und Museum von Marrakesch inbegriffen.

Städtereisen nach Marrakesch gibt es ab knapp 550 Euro, zum Beispiel beim Anbieter dertour. Hier geht es zur Webseite des Reiseunternehmens.


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Öffnungszeiten:

Die Medersa Ben Youssef ist täglich geöffnet

  • vom 1. April bis zum 30. September: 9 Uhr – 19 Uhr
  • vom 1. Oktober bis zum 31. März: 9 Uhr – 18 Uhr

Eintritt:

  • Medersa Ben Youssef: 40 DH
  • Kombi-Ticket (Koubba, Medersa, Museum von Marrakesch): 60 DH

Reiseführer:

Koordinaten: 31.632040° N, 7.986444° W

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