Flugangst: Wie man Fliegen mit ein paar Tricks überstehen kann

Glücklich sei, wer von ihr nicht betroffen ist: Flugangst (Aviophobie) macht einem nicht zu unterschätzenden Teil der Bevölkerung das Fliegen zur Qual und schließt im Schlimmstfall viele interessante Ziele von vornherein aus. Der Flug nach Marokko ist zum Glück relativ kurz und kann mit einigen Kniffen entspannt gestaltet werden.

Ein Sechstel der deutschen Bevölkerung leidet unter Flugangst

Etwa 15 Prozent aller Deutschen sollen unter ausgeprägter Flugangst leiden, weitere 20 Prozent gaben in einer Umfrage zu Protokoll, dass sie sich an Bord eines Flugzeugs unwohl fühlen würden. Dabei fällt der Anteil der Aviophobiker, die noch niemals in einem Flugzeug gesessen haben, mit knapp 10 Prozent überraschend gering aus. Die meisten Betroffenen (68%) sind bereits mindestens einmal geflogen, ehe sie unerwartet Bekanntschaft mit ihrer Angst machten, während das verbleibende Viertel die Phobie erst durch eine negative Erfahrung wie eine Notlandung oder Turbulenzen entwickelte.

Flugangst

Flugangst hat viele Gesichter: Bei manchen Betroffenen setzen klassische Symptome wiefeuchte Hände, flache Atmung, Magenbeschwerden, Übelkeit, rasender Puls, Schwindel oder Kopfschmerzen schon Tage vor dem geplanten Flug ein, während sich andere Aviophobiker erst am Flughafen oder im Flugzeug unwohl fühlen und im Schlimmstfall in Panik geraten. Nicht weniger Menschen, die unter Flugangst leiden, vermeiden deswegen Flugreisen und können bestimmte Länder gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand bereisen. Wer jedoch seine Angst zumindest soweit kontrollieren kann, dass er es bis ins Flugzeug schafft, kann den Flug mit ein paar Tricks angenehmer gestalten und versuchen, sich von seiner Phobie abzulenken.

Wie man mit seiner Flugangst umgehen kann

Wer Flugangst hat, sollte sich auf den geplanten Flug auf jeden Fall gründlich vorbereiten, Stress vermeiden und dafür sorgen, dass man sich unterwegs so gut wie möglich entspannen kann.

1. Anfahrt

Wer für die Anfahrt zum Flughafen genug Zeit einplant, gerät wegen einer verpassten S-Bahn oder eines vollen Parkdecks nicht schon vor Betreten des Flughafens in Hektik.

2. Kleidung

Wer sich wohlfühlen möchte, sollte auch entsprechende Kleidung tragen, die möglichst bequem ist und in der man idealerweise wenig schwitzt.

3. Zeit am Flughafen verkürzen

Wer nicht ruhig sitzen und auf das Boarding warten kann, sollte durch den Terminal streifen und sich in den Shops umsehen. Kleine Erledigungen vor Abflug, beispielsweise Tabak, ein Buch oder eine Zeitung zu kaufen, bieten einen Moment der Ablenkung. Auch für einen kleinen Imbiss ist das ein guter Zeitpunkt, da man nicht mit leerem Magen fliegen sollte.

4. Sitzplatz

Die Entscheidung, wo man während des Flugs sitzen wird, trifft man häufig schon beim Buchen. Wer unter Flugangst leidet, sollte sich um einen Sitzplatz in der Nähe der Tragflächen bemühen, weil man dort die Bewegungen des Flugzeugs bei Turbulenzen am wenigsten spürt. Wenn man am Gang sitzt, kann man zwar nicht so gut aus dem Fenster sehen, ist aber auch etwas mobiler und fühlt sich weniger beklemmt und eingesperrt.

5. Essen, Getränke und Alkohol

Ein leerer Magen ist anfälliger für Übelkeit während des Fliegens, deswegen sollte man vor dem Flug etwas gegessen haben. Gegen die trockene und klimatisierte Luft in der Kabine können zum Beispiel Pastillen mit isländischem Moos, Nasenspray und spezielle Augentropfen helfen. Außerdem sollte man eher Wasser oder Saft als Kaffee trinken. Beim Thema Alkohol scheiden sich die Geister: während einige Experten nicht davon abraten, mit einem alkoholischen Getränk einen lockeren Reisestart einzuläuten, raten andere davon ab, Alkohol oder Tabletten gegen Flugangst einzusetzen. Statt sich der Angst zu stellen und sie so zu reduzieren, würde diese nur betäubt und eventuell sogar noch größer.

6. Druckausgleich

Manche Menschen, vor allem Kinder, sind nicht in der Lage, den beim Fliegen veränderten Luftdruck selbstständig auszugleichen und leiden dadurch mit steigender Höhe unter Unwohlsein und zum Teil auch unter Ohrenschmerzen. Mit ein paar Tricks kann man für ein entspanntes Trommelfell sorgen, dazu gehören zum Beispiel Kaugummi kauen, trinken in kleinen Schlücken, wiederholtes Gähnen, durch die zugehaltenen Nasenlöcher kräftig ausatmen oder spezielle Ohrstöpsel für Flugreisen.

7. Entertainment

Die Lieblingsmusik oder ein fesselndes Hörbuch auf dem Kopfhörer und im Handgepäck eine Zeitung, ein gutes Buch oder ein gut bestückter eBook-Reader — so kann man sich während des Fluges ablenken und mit angenehmen Dingen beschäftigen.

8. Therapie und Coaching

Wer von wirklich starker Flugangst betroffen ist, dem ist mit einer zeitigen Anreise zum Flughafen, einem Hörbuch und einem bequemen Pullover in der Kabine kaum geholfen. Inzwischen gibt es jedoch eine ganze Reihe professioneller Beratungs- und Therapieangebote für Betroffene.

9. Alternative Anreise

Schlussendlich gibt es natürlich noch einen anderen Weg, um mit seiner Flugangst umzugehen: Mit ihr leben! Dann sind zwar bestimmte Destinationen — zum Beispiel Australien, Südafrika, Hawaii oder Südostasien — nur schwer zu erreichen, doch viele andere Länder kann man trotzdem bereisen. Um ohne Flugzeug nach Marokko zu gelangen, kann man beispielsweise die Fähre vom südspanischen Algeciras nach Tanger nehmen.

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