Filmtipp: „Tangerine“ über Prostitution in Marokko

In ihrem Film Tangerine (D/MAR, 2008) fokussiert Regisseurin Irene von Alberti die Lebenswelten von weiblichen Prostituierten in Tanger. Der vielfach ausgezeichnete Spielfilm erzählt von einer Dreiecksbeziehung zwischen der von ihrer Familie verstoßenen Amira und den beiden deutschen Musikern Tom und Pia, die auf der Suche nach traditioneller Musik in der marokkanischen Hafenstadt verweilen und die Tänzerin Amira in einer Bar kennenlernen. Zwischen den drei ungleichen Charakteren entwickelt sich eine Beziehung, die im Laufe des Films einen tragischen Verlauf nimmt.

Tangerine ist dem schwierigen Thema Sexarbeit gewidmet, verfällt aber zu keinem Zeitpunkt in die voyeuristischen Schemata vergleichbarer Filme, sondern zeigt die tabuisierten Lebenswelten des Gewerbes. Offiziell gibt es in Marokko keine Prostitution, doch die Realität sieht natürlich anders aus. Da gibt es Straßenstriche, spezielle Etablissements und Nachtclubs und auch Riads für Sextouristen. Die marokkanische Regierung versucht zwar, mit drakonischer Härte gegen Pädophilie, Pornodrehs und Sextourismus vorzugehen, doch diese Bemühungen gleichen einer Sisyphos-Arbeit.

Der Film ist nicht schockierend, sondern zeigt mit sanften Bildern eine andere Seite der Medaille und ist auf jeden Fall sehenswert. Hier gibt es den Trailer, Tangerine kann in der Mediathek des ZDF abgerufen werden.

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