Tag Archives: Terrorismus

Marokko: kostenloser Reiserücktritt wegen Terrorgefahr

Nachdem in den vergangenen Jahren weltweit Urlaubsorte Ziel terroristischer Angriffe geworden sind, fühlen sich viele Touristen verunsichert und überlegen, von ihrer Reise zurückzutreten. Doch eine gebuchte Reise kostenfrei zu stornieren, ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

Nach den Anschlägen von Paris, Nizza, Brüssel und Istanbul denken mehr Touristen, die eine Reise nach Marokko gebucht haben, darüber nach, von ihrem Urlaub zurückzutreten, als nach dem Beginn des arabischen Frühlings. Aber lässt sich eine gebuchte Reise einfach kostenlos stornieren?

reiseruecktritt und terror

Marrakesch (Foto: Trekking Marokko, 2015)

Kostenlose Stornierung bei höherer Gewalt oder mit einer Reiserücktrittversicherung

Natürlich kann jeder zuhause bleiben und von seiner Reise zurücktreten. Jedoch wird dann eine Stornierungsgebühr fällig und es werden nicht alle Kosten erstattet. Ein kostenloser Reiserücktritt ist nur dann möglich, wenn die Reise durch höhere Gewalt erheblich beeinträchtigt ist und dies zum Buchungszeitraum nicht absehbar war. Als höhere Gewalt gilt beispielsweise ein drohender Kriegsausbruch, Unruhen, unvorhersehbare Naturkatastrophen oder Epidemien. Read more

Beileid aus Marokko nach dem Terrorangriff auf Charlie Hebdo

Nach den schrecklichen Angriffen auf das Redaktionsbüro der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar in Paris sandte Marokkos König, Mohammed VI, dem französischen Präsidenten François Hollande eine Botschaft, in der er sein Mitgefühl und seine Solidarität zum Ausdruck brachte. Die Nachricht der “abscheulichen Tat” wurde mit tiefer Trauer aufgenommen. Der König sprach dem König, den Familienangehörigen der Opfer und dem französischen Volk sein tiefstes Beileid aus und hofft, dass die verletzten Überlebenden schnell genesen.

Je suis Charlie Hebdo

Auch die oppositionelle Islamistenbewegung Marokkos, Al Adl wal Ihsan (Gerechtigkeit und Wohltätigkeit), die von der Teilhabe am politischen Wettbewerb in Marokko offiziell ausgeschlossen ist, Read more

Auswärtiges Amt: Keine besondere Reisewarnungen für Marokko

Die Terrorgruppe “Islamischer Staat” (IS) droht der westlichen Welt mit Terroranschlägen. Das Auswärtige Amt reagiert darauf nun mit weltweiten Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen vor erhöhten Risiken im Ausland. Auf der 24 Länder umfassenden Liste befinden sich mehrere afrikanische, arabische und asiatische Staaten. Marokko und Tunesien stehen nicht darauf.  Read more

Al-Quaida-Zelle in Marokko ausgehoben

Sicherheitskräfte haben in Marokko erneut eine Zelle des Terrornetzwerks Al-Qaida zerschlagen und dabei vier mutmaßliche Terroristen festgenommen.

Laut einer Presseerklärung des Innenministeriums wurden die vier Männer am vergangenen Freitag in Tiznit, Fès, Meknes und Taounat verhaftet. Sie sollen in Casablanca, Nador, Laâyoune, Guercif und Kelaâ Sraghna  mehr als 20 junge Dschihadisten für den salafistischen Al-Qaida-Ableger Islamischer Maghreb (AQIM) rekrutiert haben, von denen einige für Al-Qaida in Syrien gekämpft und dort auch Anschläge ausgeübt haben sollen. Die Rekruten sollen zum Training nach Mali gebracht und dort ausgebildet worden sein.

Sicherheit MarokkoExperten warnen schon lange davor, dass Al-Qaida nach Afghanistan die Sahelzone und Libyen als Rückzugsräume und Operationsbasen für sich entdeckt. Marokkanische Rekruten verlassen das Königreich über die marokkanisch-algerische oder die marrokanisch-mauretanische Grenze, wenn sie in die Trainingscamps im Sahel gebracht werden. Die unsicheren Verhältnisse machen die Nachbarstaaten für die Terroristen zu einem relativ sicheren Rückzugsraum, während die geographische Nähe dafür sorgt, dass marokkanische Radikale trainierter und gefährlicher werden. Der Soziologe Kamal El Ghorfti plädiert angesichts der Verhaftung für einen kulturellen Lösungsansatz, der die marokkanische Jugend mit einem kulturellen Gegenentwurf vor der salafistischen Indoktrination schützen soll.

In den vergangenen zehn Jahren zerschlugen marokkanische Sicherheitsbehörden mehr als 120 terroristische Zellen im Land. Das Königreich gilt als sicheres Reiseland.

Reality Check: Auswärtiges Amt entschärft Sicherheitshinweise für Marokko

Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise für Marokko verändert und der Realität ein Stückchen näher gebracht.

Die Veränderung der Sicherheitshinweise und Reisewarnungen für Marokko erfolgte bereits im Februar dieses Jahres, eine zweite Anpassung wurde am 28. März 2013 vollzogen. Diesem längst überfälligen Schritt ging die Initiative mehrerer Privatpersonen voraus, die einen längeren Briefwechsel mit der deutschen Botschaft in Rabat führten, um der Stigmatisierung Marokkos als brandgefährlicher Unruhestaat, in dem man wahlweise von Rauschgifthändlern mit Steinen beworfen, von Demonstranten niedergestochen oder von Terroristen in die Luft gejagt wird, zu beenden. Inwiefern waren sie mit diesem Vorhaben erfolgreich?

auswärtiges amt logoDie inhaltlichen Änderungen an dem Vorgängertext, der mehrere Monate auf der Seite des Auswärtigen Amts als länderspezifische Handreichung für Marokko-Reisende zur Verfügung gestellt wurde, sind behutsame Eingriffe, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie betreffen im wesentlichen die Sicherheitslage im Rif-Gebirge und die Freitagsgebete: Wurden Reisende früher davor gewarnt, dass sie im Rif-Gebirge von Rauschgifthändlern bedrängt werden könnten und “insbesondere die Strecken zwischen Chefchaouen über Ketama nach Al-Hoceima sowie die Straße von Ketama nach Fes […] problematisch” sein könnten, so begnügt man sich jetzt mit dem Hinweis, dass dort Hanf angebaut wird und es in “Einzelfällen” zu “Belästigungen von Reisenden durch Rauschgifthändler” kommen könne. In der Realität bedeutet das zumeist, dass man für einen Konsumenten gehalten wird und Leute mit einem zischenden “Haschisch?” den potenziellen Kunden ihr Cannabis-Produkt offerieren.

Gestrichen wurde weiterhin der Hinweis, nach den Freitagsgebeten öffentliche Plätze zu meiden. Mit dieser Veränderung wurde ein schlechter Scherz aus den Reisehinweisen entfernt, denn wer schon mal eine Medina, einen Souk oder ganz klassisch, den Djemaa el Fna in Marrakesch besichtigt hat, weiß, dass sich dort viele Menschen aufhalten. Die Sicherheitsratschläge enthalten trotz dieser Entschlackung noch immer eine Menge Panikpotenzial und taugen nach wie vor dazu, interessierten Reisenden das Fürchten zu lehren. Völlig ohne Wirkung wird die textliche Anpassung aber nicht bleiben und insbesondere die Hinweise zum Rif-Gebirge lassen diese sehenswerte Region in etwas weniger dunklem Licht erscheinen. Diese Reisehinweise sind hier zu finden. Bei Problemen mit Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften kann es sinnvoll sein, einen auf Reiserecht spezialisierten Anwalt zu konsultieren, zum Beispiel www.kanzlei-narewski.de.

Einer der wichtigsten deutschsprachigen Reisebuchautorinnen für Marokko, Erika Därr, schrieb vor einigen Monaten einen offenen Brief an die deutsche Botschaft in Rabat, in dem sie die Reisehinweise des Auswärtigen Amts kritisierte, der hier gelesen werden kann:

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