Online-Petition gegen marokkanischen Heiratszwang und Artikel 475

Im März 2012 nahm sich die 16-jährige Amina Filali aus Larache das Leben, um einer Hochzeit mit dem Mann, der sie zuvor vergewaltigte, zu entgehen. Sie brachte sich um, weil Marokkos Strafrecht in Artikel 475 Vergewaltigern einräumt, ihre minderjährigen Opfer heiraten dürfen, um eine Anklage und die folgende Haftstrafe zu vermeiden.

Demonstranten in Marokko wegen vergewaltigtem Mädchen

Der Fall Amina erregte die Gemüter und viele Marokkaner gingen auf die Straße und solidarisierten sich mit dem jungen Mädchen, deren Freitod symbolhaft für die Auswirkungen von Artikel 475 steht. Die Regierung verspricht seit 2006, umfassende Gesetze zu erlassen, die Frauen vor Gewalt schützen und Artikel 475 zu ändern, doch den Ankündigungen folgten bislang keine Taten. Nun hat der Justizausschuss den problematischsten Teil des Artikels gestrichen und den Gesetzesentwurf zur Abstimmung an das Unterhaus weitergeleitet, das in dieser Woche darüber abstimmen wird.

Mehr als 1,1 Millionen Menschen haben inzwischen eine Online-Petition gezeichnet, die das Ende der Zwangsehe für Vergewaltigungsopfer in Marokko fordert. An dieser Petition kann man sich hier mit seiner Unterschrift beteiligen, um den Druck auf die abstimmenden Politiker zu erhöhen und seine Solidarität mit Amina auszudrücken!

  • Zwangsehe für Vergewaltigungsopfer – wenige Tage bis zur Abstimmung! (Online-Petition)
  • Morocco set to repeal controversial rape section in penal code (Al Jazeera, 08.01.2014)
  • Der Selbstmord von Amina Filali erschüttert Marokko (Zeit, 05.04.2012)
  • Protest gegen Zwangsehe in Marokko (taz, 21.03.2012)

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