Urlaubsziele 2016: Das Tal der Glücklichen

An guten Vorsätzen wird zum Jahresbeginn selten gespart und nicht wenige Reiseblogger haben sich große Ziele für das angebrochene Jahr gesteckt. Die Phototravellers wollen diese nun sichtbar machen und präsentieren eine Blogparade mit den schönsten Reisezielen 2016, zu der ich gerne einen Reisetipp für Marokko beisteuere.

Was sind die schönsten Reiseziele in diesem Jahr? Schaut man sich die bisher veröffentlichten Beiträge der Phototravellers-Blogparade an, so stehen bei Reisebloggern vor allem Fernziele wie Vietnam, Bhutan, Madagaskar, Philippinen, New York, Sri Lanka oder Kambodscha auf dem Programm. Da es dort für Marokko bislang keinen Artikel gibt, nutze ich die Gelegenheit für einen Geheimtipp abseits der ausgetretenen Pfade des marokkanischen Rundreise- oder Städtetourismus und schreibe über Ait Bouguemez, das Tal der Glücklichen.

ait bouguemez marokko

Das Tal der Glücklichen erinnert eher an Herr der Ringe als an Marokko

Der Weg nach Ait Bouguemez ist relativ beschwerlich, aber die Strapazen sind in dem Moment vergessen, in dem sich das beeindruckende Hochtal vor den Augen des Betrachters öffnet. Inmitten der kargen Berglandschaft des Hohen Atlas, über der majestätisch die schneebedeckten Gipfel des Ighil M’Goun thronen, liegt eine fruchtbare Ebene, die eher an den Herrn der Ringe als an Marokko erinnert. Doch wir befinden uns nur etwas mehr als 200 Kilometer östlich von Marrakesch.

Im Tal der Glücklichen befinden sich mehrere Berberdörfer, deren Bewohner die kleinparzellierten Felder bestellen. Die Menschen, die hier überwiegend von der Landwirtschaft leben, haben sich den Namen von Ait Bouguemez zu eigen gemacht und begegnen den wenigen Touristen mit Offenheit und herzlicher Gastfreundschaft. Die fruchtbare Landschaft lädt zu ausgedehnten Entdeckungstouren mit tollen Fotomotiven ein. Noch spektakulärer wird die Aussicht, wenn man eine Tageswanderung in die nahen Berge unternimmt und sich die weiten Panoramen über die Gipfelketten des Hohen Atlas auftun. Bergsportenthusiasten können vom Tal der Glücklichen aus außerdem zur mehrtägigen M’Goun-Traverse aufbrechen.

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Kein Massentourismus, kaum Infrastruktur

Ait Bouguemez überzeugt vor allem wegen seiner Unberührtheit, der spektakulären Landschaft und der Abwesenheit aufgekratzter Tagestouristen. Daher gibt es kaum touristische Infrastruktur. Zwischen Agouti und Tabant findet man ein halbes Dutzend kleiner, familiengeführter Hotels sowie zwei Gîtes d’Etappes, in denen vorwiegend Wanderer und Trekkingsportler unterkommen. Wenn nicht gerade Markt ist, sind die Einkaufsmöglichkeiten dort rar gesät und auf kleine Miniläden beschränkt.

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Das Tal der Glücklichen ist etwas umständlich zu erreichen: Aus Richtung Marrakesch kommend, fährt man mit Taxi, Bus oder Mietwagen zunächst nach Azilal und fährt dann von dort aus mit dem Taxi oder dem eigenen Auto nach Agouti. Insgesamt sollte man für diesen Weg eine reine Fahrzeit von fünf Stunden einplanen. Damit sich der Weg lohnt, bietet es sich an, auf dem Weg noch einen Abstecher zu den Wasserfällen von Ouzoud oder der Naturbrücke Imni Ifri zu machen und dort eventuell eine Nacht zu bleiben.

Doch die investierte Reisezeit lohnt sich, nicht nur wegen der spektakulären Landschaft. Es ist vor allem die Unberührtheit des Tals, die Abwesenheit von Tagestouristen und eine Authentizität, die man in Städten wie Marrakesch vergeblich sucht, obwohl man sich nur fünf Stunden ins Auto setzen muss, um alle Erfahrungen, die man bis dahin in Marokkos Großstädten gesammelt hat, in ein anderes Licht rücken zu können. Fahrt nach Ait Bouguemez, werdet glücklich!

(Fotos: Trekking Marokko)

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