Tag Archives: M’Hamid

Feedback: “Marokko-Reise voller unvergesslicher Eindrücke”

Ist Marokko ein sicheres Reiseland? Der IS-Terror in Syrien und Irak, die Anschläge von Paris und Istanbul, die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht dämpfen bei einigen die Vorfreude auf den geplanten Urlaub — umso stärker wiegen die Eindrücke, wenn man von den Bedenken los- und sich auf das Land einlässt. Ein Reisefeedback.

Mitte Januar schrieb mir Bettina B. die erste E-Mail und fragte um eine Einschätzung der Sicherheitslage in Marokko. Sie schilderte ihr Vorhaben — eine Marokkoreise mit Kleinkind inklusive mehrtägiger Wüstentour zu Fuß — und war besorgt wegen der Reisehinweise (Entführungen, Terrorismus) des Auswärtigen Amts. Die klingen zwar weniger alarmistisch als noch vor einigen Jahren, sind aber verstörend genug, um einen nach kurzer Lektüre mit mulmigen Gefühlen zurückzulassen. Erika Därr hat sich vor einigen Jahren in einem Offenen Brief zu den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts geäußert und reagiert seitdem regelmäßig in den Kommentaren auf Nachfragen nach aktuellen Einschätzungen.

marokko mit kind

(Foto: privat)

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Organisierte Wüstentouren in Marokko

Eine Wüstentour steht bei vielen Urlaubern, die zum ersten Mal nach Marokko reisen, sehr weit oben auf dem Wunschzettel. Sternklare Nacht, unendliche Weite, Sanddünen am Horizont. Aber entspricht ein kurzer Ausflug in die Wüste wirklich diesen Sehnsüchten?

Die Antwort hängt zunächst einmal davon ab, wieviel Zeit für den Ausflug zur Verfügung steht und wie weit man fahren möchte. Denn zu den beiden großen Dünengebieten Erg Chebbi und Erg Chegaga ist man mit dem Auto von Marrakesch etwa 8-10 Stunden unterwegs. Auch wenn die Fahrt über den Hohen Altas und durch die von Abermillionen Dattelpalmen bewachsenen Täler der beiden Flüsse Dades und Draa mit vielen Aussichten auf die großartigen Landschaften Marokkos belohnt wird, ist diese Tour in einem Stück durchaus anstrengend.

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(Karte: Google Maps, Fotos: Riad Marrakesch, Wikimedia)

Sanddünen, Dromedare, Berberzelt, Sternenhimmel und Lagerfeuer

In ganz Marokko gibt es unzählige Reiseagenturen, die kurze und längere Touren in die Wüste anbieten. Wer wenig Zeit hat und unbedingt zu den Dünen will, schafft von Marrakesch aus einen Kurzbesuch mit Übernachtung im Berberzelt in zwei Tagen. Das bedeutet, dass man früh in Marrakesch aufbricht, eine kurze Pause in Ait Benhaddou einlegt und am frühen Abend das Dünencamp erreicht. Nach kurzer Nacht geht es dann anschließend wieder retour nach Marrakesch. Lohnenswerter sind etwas längere Ausflüge, bei denen noch andere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg liegen, zum Beispiel die imposante Todra-Schlucht oder die Kasbah Taourirt bei Ouarzazate. Read more

Reisebericht: Marokko-Umrundung im umgebauten LKW

Mitte Dezember sind Heike und Herrmann aus Hessen mit einem umgebauten LKW nach Marokko aufgebrochen, um während der kommenden Monate bis zur Westsahara vorzustoßen, das Königreich entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn zu umrunden und nach Deutschland zurückzufahren. Ein Reisebericht für Offroadfans und Selbstfahrer.

Heike und Hermann sind reiseerfahrende Mittfünfziger, die bislang nicht nur auf anspruchsvolle Touren durch Algerien, Mauretanien, Namibia, Oman, Libyen oder den Jemen zurückblicken können, sondern die seit 1993 bereits sieben Mal in Marokko unterwegs waren und nun zum achten Mal aufgebrochen sind, um das Königreich zu erkunden und ihrer Wüstensehnsucht nachzugeben. Gemeinsam mit ihrem Hund Aspros und dem “HerrMAN” genannten, umgebauten MAN LAEC-LF, sind sie seitdem 5500 Kilometer durch Marokko gefahren.

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(Foto: www.marokko2015.wordpress.com)

Die Anreise führte die beiden Hessen durch Frankreich und Spanien, wo sie von Algeciras nach Tanger übersetzten, die Atlantikküste entlang bis in die Westsahara fuhren und schließlich von dort über den Südosten Marokkos zurück nach Tanger reisten. Inzwischen hat der “HerrMAN” wieder europäischen Asphalt unter den Rädern und die Reise ist nähert sich nach gut zwei Monaten ihrem Ende.

Reisebericht bietet Infos über Pisten und Stellplätze

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Offener Brief von Erika Därr über Reisewarnungen in Marokko

Die Reiseführerautorin Erika Därr kritisiert in einem offenen Brief an den deutschen Botschafter in Rabat die Sicherheitshinweise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für Marokko und kommentiert sie mit eigenen Einschätzungen zur gegenwärtigen Situation.

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Erika Därr gehört definitiv zu den Marokko-Expertinnen im deutschsprachigen Raum. Sie besuchte das Königreich erstmals 1971, seitdem führten sie unzählige Reisen und Expeditionen in die Region. Sie ist die Autorin des wichtigsten deutschsprachigen Reiseführers für das Land, dem bei Reise Know-How erschienen Marokko-Handbuch für individuelles Entdecken (Rezension) sowie zahlreicher anderer Bücher über Nordafrika.

Die Publikation dieses Briefes erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Frau Därr. Der besseren Lesbarkeit wegen, wurden einige Zwischenüberschriften ergänzt.

(Foto: Klaus Därr, 2000)

Allgemeine Hinweise für Marokko nicht zutreffend

Dass gleich zu Beginn der Marokko-Seite die allgemeinen Sicherheitshinweise zur Sahara kommen, irritiert Pauschaltouristen, die das Land nicht kennen und sich zum ersten Mal nach Marokko begeben wollen nachhaltig und schädigt die dortige Tourismusindustrie. Diese allgemeinen Informationen halte ich für die Nachbarländer auf jeden Fall zutreffend, aber nicht für Marokko. Die Grenzen Marokkos sind sehr gut überwacht und wie der In Marokko lebende Thomas Friedrich schreibt, nahezu undurchdringlich, das betrifft insbesondere die Region der Westsahara zu Algerien und Mauretanien mit dem elektronisch gesicherten Grenzwall. Read more

Reportage: Versandet — Wassermanagement in Marokko

Um die Region zwischen Zagora und M’Hamid geht es in der von 3sat ausgestrahlten Dokumentation Versandet — Wassermanagement in Marokko (2006). Wir befinden uns also am Rand der Sahara, dem “Bar bela ma”, wie die Wüste in der Sprache der Beduinen heißen soll.

sahara regen zagora marokko(Nach einem Starkregen in der Nähe von Zagora, Foto: Trekking in Marokko, 2004)

Desertifikation, also die zunehmende Ausbreitung der Wüste, ist bedauerlicherweise auch in Marokko beobachtbar. Die Reportage begleitet eine Kamelkarawane auf dem Weg durch die Wüste und stellt die Wissenschaftlerin Barbara Reichert (Universität Bonn) vor, die sich um eine Verbesserung des Wassermanagements bemüht und für den Erhalt dieses Kulturraums einsetzt. Dieser ist durch die Desertifikationsprozesse und einer zunehmenden Versalzung des Bodens als Lebensraum existenziell bedroht. Reicherts Prognose für den Ort M’Hamid sieht düster aus.

Eine sehenswerte Dokumentation über ein sehr ernstes und kaum aufzuhaltbare Problem.

Mehr Dokumentationen und Reportagen über Marokko sind in der Mediathek aufgeführt.