Reisebericht: Mit dem Zebra nach Marokko #2

Im Dezember 2014 reiste der Steppenwolf mit seinem zebrafarbenen Landcruiser nach Marokko, um das Königreich beinahe komplett zu umrunden. Im Sommer hat ihn das Reisefieber wieder gepackt und er brach ein weiteres Mal nach Marokko auf, um dort abermals viele Eindrücke zu sammeln und liebgewonnene Bekannte zu treffen. 

Insgesamt fast 8000 Kilometer legte der Steppenwolf, dessen bürgerlicher Vorname Martin lautet, bei seiner Weihnachtstour im vergangenen Jahr zurück. Im August 2015 ist er erneut mit seinem Toyota Landcruiser PZJ 75 in Tuttlingen aufgebrochen, um abermals auf dem Landweg nach Marokko einzureisen. Drei Wochen sollte die Tour dauern, auf der er insgesamt 6850 Kilometer zurücklegte.

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Unterwegs auf einer Nebenstraße in Nordostmarokko (Foto: Steppenwolf)

Die Anreise führte von Tuttlingen über Frankreich nach Almeria. Von dort ging es mit der Fähre über das Mittelmeer in die nordöstliche Stadt Nador. Die Route führte die östliche Mittelmeerküste entlang bis kurz vor die algerische Grenze. Die nächsten Stationen waren Berkane, Taourirt, Midelt, Ouzoud, Khenifra, Azrou, Ifrane, Sefrou, Fès. Von dort ging es durch das Rif-Gebirge bis Ketama und Chefchaouen, weiter bis an die Mittelmeerküste nach Oued Laou und schließlich über Al Hoceima nach Nador und Melilla, von wo aus die Schnellfähre den Steppenwolf und sein Zebra zügig nach Malaga brachte. 

In einem ausführlichen Reisebericht schildert Martin viele Eindrücke und Erlebnisse, die er auf seiner Tour sammeln konnte. Es ist vor allem seine unvoreingenommene, dabei aber keineswegs naive Art des Reisens, die ihm immer wieder besondere zwischenmenschliche Begegnungen entgegenzuschleudern vermag und den Bericht trotz gefährlicher Überlänge kurzweilig, berührend und lesenswert macht. Das beste Beispiel ist das erneute Zusammentreffen mit der Familie, die er auf seiner letzten Tour im Dezember kennen und schätzen gelernt hat und mit der er nun im August einen Ausflug nach Ouzoud und zum Stausee El Hansali unternommen hat.

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Stausee El Hansali (Foto: Steppenwolf)

Wer selbst eine Tour in Marokko mit dem eigenen Fahrzeug oder einem Mietwagen plant, findet in dem Reisebericht Erfahrungswerte zur Mitnahme von Trampern, erfährt, welche Rolle die Westsahara bei importierten Landkarten spielt, wie man sich mit Zollbeamten einigt oder was bei einer Fantasia passiert.

Amüsant sind die Schilderungen der Fahrten im Rif-Gebirge, dem Hauptanbaugebiet des in Europa konsumierten Haschischs, das der Region einen zwielichtigen Ruf eingebracht hat: „Je näher ich an die Stadt kam, desto “freundlicher“ wurden die Menschen. Sie winkten, deuteten an, dass ich mal stoppen solle, Autos gaben die Lichthupe, die Fahrer winkten. Ich auch. Ohne anzuhalten fuhr ich nach Ketama.“

Das liest sich zwar auf den ersten Blick wie eine Bestätigung der seit Jahrzehnten kursierenden vitalen Mythen von Drogendealern, die im Rif Straßensperren und Ähnliches errichten, jedoch folgt die Entwarnung auf dem Fuß: „Bei Dunkelheit durch das Rif zu fahren, würde ich niemand empfehlen. Nein, nicht wegen der Menschen, sondern wegen den miserablen, schmalen und kurvenreichen Straßen. Außerdem kann man die herrliche weite Landschaft nicht sehen.“

Mehr über Martins Marokko-Reise erfährt man im kompletten und reich bebilderten Reisebericht, es lohnt sich!

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