Marrakesch in 2 Tagen entdecken

Ob als Städte-Kurztrip oder als Zwischenstation auf einer längeren Rundreise — Marrakesch gehört zu jedem Urlaub in Südmarokko wie der Zucker zum Minztee. Hier verdichten sich nicht nur unsere Vorstellungen des Orients, sondern auch Sehenswürdigkeiten und kulturhistorische Stätten zu einem in jeder Hinsicht herausfordernden Programm. Wie man davon möglichst viel bewältigt? Mit lustvollem Tatendrang und guter Planung!

Zunächst einmal sind zwei Tage natürlich nicht annähernd genug Zeit, um Marrakesch kennenzulernen und sich in der „roten Stadt“ wirklich wohlfühlen zu können, doch auch in kurzer Zeit kann man hier einiges erleben!

Tag 1: Die nördliche Medina und der Jardin Majorelle

Wir frühstücken zeitig und sitzen schon um 8 Uhr in einem der Straßencafés im Südosten des Djemaa el Fna, um nicht in die Touristenströme an unserem ersten Ziel, der Medersa Ben Yousef, zu geraten. Die frühere Koranschule ist beispielhaft für die erhabene und prachtvolle Architektur des Islam. Im Kombiticket ist der Eintritt für die naheliegende Koubba und das Museum von Marrakesch enthalten. Die dort ausgestellten Exponate — Werkzeuge, Waffen, traditioneller Schmuck und Kleidung — liefern einen volkskundlichen Grundkurs aus der langen Geschichte des Königreichs.

djemaa el fna marrakech

Wir streifen weiter durch die Suqs und verköstigen uns an einer der Garküchen, ehe wir die Medina im Nordosten verlassen und ein Petit Taxi zum Jardin Majorelle nehmen — der richtige Ort, um der Mittagshitze zu entfliehen. In dem von Yves Saint Laurent restaurierten Garten finden wir Ruhe und genießen das Spiel der Farben. Wer nicht im Museum von Marrakesch war, findet im Jardin Majorelle auch eine kleine volkskundliche Ausstellung. Ein Museum für den verstorbene Modezaren ist seit kurzem ebenfalls in Planung. Noch ein „Thé à la menthe“ und dann zurück ins Hotel, denn bald wird es dunkel und der Djemaa el Fna verwandelt sich. Der Platz ist dann in Rauch gehüllt, es duftet nach exotischen Gewürzen, überall trommelt es, Geschichtenerzähler scharen Menschen um sich, die gebannt ihren requisitenreichen Schilderungen folgen. Unzählige Garküchen laden dazu ein, sich zu setzen und den Zauber der marokkanischen Küche kennenzulernen. Nach dem Essen schlendern wir weiter zu einem Stand, wo uns ein feuriger Ginseng-Tee angeboten wird. Damit soll der erste Tag enden.

Tag 2: Die Mellah, die südliche Medina und die Menara-Gärten

Auch der zweite Tag beginnt früh. Vom Djemaa el Fna geht es in die südöstliche Medina, in die Mellah, dem Viertel, in dem früher die marokkanischen Juden lebten. Mit etwas Glück kann hier eine Synagoge kann besichtigt werden. Von dort aus geht es über den Place des Ferblantiers, wo man die Lampenbauer bei ihrer Arbeit zusehen kann, zum El-Badi-Palast, dem Palais de la Bahia und den Saardier-Gräbern, um anschließend durch die Suqs zum Djemma el Fna zurückzukehren. Von hier aus sieht man im Osten die almohadische Koutoubia-Moschee, das Wahrzeichen der Stadt, das zwar nicht weit entfernt ist, aber besser aus der Nähe betrachtet werden sollte.

palast el badi marrakeschjardin-majorelle-marrakesch

Wer bis jetzt in den Suqs nicht zum Einkaufen gekommen ist und noch ein Souvenir sucht, hat es von hier nicht weit bis zum Ensemble Artisanal. Hier sind alle marokkanischen Kunsthandwerke vertreten und man kann in sehr ruhiger Atmosphäre den Menschen beim Arbeiten zusehen. Die Waren werden zu fairen Festpreisen angeboten, gefeilscht wird normalerweise kaum. Wer bei den Preisverhandlungen in den Suqs immer den Kürzeren zieht, kann hier sorgenfrei shoppen. Dann geht es mit dem Taxi zu den Menara-Gärten, einem der berühmtesten Fotomotive von Marrakesch. Der Abend endet in einem Restaurant mit traditioneller marokkanischer Küche, wie man sie zahlreich in der Medina findet. Wer dann noch nicht genug hat, geht noch in einen der Clubs. Zu den berühmtesten gehört das Diamant Noir, normalerweise ein Gay-Club, in dem am Wochenende aber auch gemischtes Publikum willkommen ist.

Übernachten: Da sich fast alle Sehenswürdigkeiten in oder am Rand der Medina befinden, sollte man seine Unterkunft nicht unbedingt  in der Neustadt oder einem Vorort buchen, sondern möglichst inmitten der Altstadt (im Internet findet man zahlreiche Angebote für Hotels in Marrakesch).

Reiseführer: Astrid Därr City Trip Marrakesch

4 comments

  • Wir reisen MItte November für eine Woche nach Marokko resp. Marrakesch und möchten auch ein paar Ausflüge machen. Wir haben von andern Besuchern vernommen, dass die Besuche in den Suqs ein Horror seien, weil man von allen Verkäufern gedrängt und belästigt wird etwas zu kaufen, ohne dass man sich die Waren in Ruhe ansehen kann. Viele drängen einen auch immer tiefer in die Suqs rein und verlangen dann Geld, damit man wieder rausgeführt wird. Gibt es eine Möglichkeit, dass man die Suqs einigermassen in Frieden besuchen kann? Vermutlich müsste man sich eine marokkanische Kleidung/Kapuze überziehen, oder hat jemand einen besseren Vorschlag?

    • Kapuze ist eine gute Idee 🙂 Ich rate allen Freunden, mit denen ich in Marrakesch bin, eine Sonnenbrille zu tragen. Das schützt nicht nur die Augen, sondern verhindert auch so manchen Blickkontakt und gibt einem die Chance, im Vorbeigehen die angebotenen Waren grob zu begutachten. Wer immer in Bewegung bleibt und nur dort Halt macht, wo es sich nach dieser ersten Prüfung hin lohnt, kommt meiner Erfahrung nach relativ ungeschoren durch die Suqs. Ich persönlich halte mich am liebsten in der südlichen Medina auf, da ist es ohnehin etwas ruhiger. Wer keine Lust auf das Spielchen hat, sollte im erwähnten Ensemble Artisanal vorbeigehen, dort ist es wirklich ungestört.

      In die Suqs wird man eigentlich nicht reingedrängt, sondern begibt sich in den Malstrom aus Menschen und lässt sich hineintreiben. Wer die Moscheen im Blick hat, kriegt irgendwann ein Gefühl dafür, wo man sich gerade befindet, im Zweifel orientiert man sich an den größer werdenden Adern des Malstroms. Dann braucht man eigentlich auch keine Hilfe, um hinauszufinden. Wer sich verirrt, kriegt gegen ein kleines Trinkgeld Begleitung bis zum Djemma el Fna.

      Viel Spaß in Marrakesch!

  • Hallo,

    Ich war vor drei Jahren zwei mal in marrakesch und ich liebe die Stadt über alles!!! Ich vermisse sie so sehr, dass ich dieses Jahr endlich wieder hin will. Lohnt sich eine Reise im November? Ich möchte unbedingt noch schönes Wetter haben 😉 und vor November werde ich wohl keinen Urlaub machen können.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Liebe Grüße

    • Der November gehört auf jeden Fall zur besten Reisezeit für Marrakesch. Mitunter schlägt sich das auch in den Auslastungen der Hotels nieder. Wenn Sie kein einfaches Travellerhotel suchen, sondern etwas komfortabler nächtigen wollen,würde ich mir schon vorab eine Unterkunft buchen, z.B. problemlos via Booking.com Viel Spaß!

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